Bereits zum zweiten Mal vergibt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) im Rahmen des Programms „Modellprojekte Smart Cities“ eine Förderung für die Digitalisierung von Kommunen.

Unter dem diesjährigen Motto „Gemeinwohl und Netzwerkstadt/Stadtnetzwerk“ sollen die geförderten Projekte aufzeigen, wie die Qualitäten der europäischen Stadt in das Zeitalter der Digitalisierung übertragen werden können.

Unter den 32 kürzlich bekanntgegebenen Gewinnern sind auch die beiden Gemeinden Hagenow (Ludwigslust-Parchim) und Kirchheim b. München, die von der atene KOM bei der umfangreichen Antragstellung unterstützt wurden. Sie können sich nun über eine Bundesförderung in Höhe von über drei Millionen Euro freuen.

Auf die Ausschreibung des BMI hatten sich insgesamt 86 Städte, Kreise und Gemeinden sowie interkommunale Kooperationen aus ganz Deutschland beworben. Als „Modellprojekte Smart Cities“ wurden nun 20 Städte sowie 12 interkommunale Kooperationen und Landkreise ausgewählt. Diese 32 Projekte erhalten eine finanzielle Unterstützung, um strategische und nachhaltige Digitalisierungsmaßnahmen für Städte und Regionen zu entwickeln oder umzusetzen. Im Rahmen des aktuell beschlossenen Konjunkturpaketes wurde das Programm auf insgesamt 820 Millionen Euro aufgestockt.

Die Gemeinde Kirchheim b. München in Bayern und die Stadt Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern waren in diesem Jahr mit ihren Förderanträgen erfolgreich und wurden von der Jury – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, der Politik und der kommunalen Spitzenverbände – als „Modellprojekte Smart Cities“ ausgewählt.

Das Regionalbüro für Mecklenburg-Vorpommern der atene KOM unterstützte die Stadt Hagenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim bei der Entwicklung einer Strategie und der Identifizierung konkreter Maßnahmen zur Digitalisierung der Kommune. Zudem standen Mitarbeiter der atene KOM der Stadt bei der Antragstellung für das Förderprogramm unterstützend zur Seite.

„Mit Unterstützung der atene KOM ist es uns gelungen, eine gute Grundlage zu schaffen, mit der wir uns zielgerichtet an die Umsetzung der Digitalisierung der Stadt machen können“, resümiert Bürgermeister Thomas Möller den Strategieprozess für seine Stadt. Ein Grundstein für die Auszeichnung der Kommune als Modellregion bildete die „Digitale Agenda Hagenow“. Die geplante Hagenow-App, eine zentrale Maßnahme der Agenda, soll verschiedene bürgerzentrierte Dienste bereitstellen und Beteiligungsmöglichkeiten bieten.

Das atene KOM Regionalbüro für Bayern griff der Gemeinde Kirchheim b. München bei der Antragstellung und Strategieentwicklung unter die Arme. Hier sollen insgesamt 20 Projekte umgesetzt werden –   das Herzstück ist eine 3-D-Simulation von Kirchheim. Ziel sei vor allem, die Gemeinde besser zu verstehen und Probleme verschiedenster Art schnell und effizient zu lösen. Dabei stehen auch Großprojekte, wie beispielsweise die Landesgartenschau 2024 im Fokus, die bestehende Strukturen der Gemeinde signifikant verändern werden. Kirchheim möchte die anstehenden Prozesse durch Smart-City- Lösungen optimal gestalten und zudem für die Entwicklung eines skalierbaren Smart Public Data Ansatzes verwenden.

Unter anderem will Kirchheim beispielsweise seine Verkehrsströme messen und so grüne Wellen schaffen. Mittels Radarsensorik, Kameras, Drohnen und durch das Erfassen von Handydaten soll festgestellt werden, wann welche Verkehrsmittel unterwegs sind.  Die Idee sei, diese Daten automatisch in Kirchheims „digitalen Zwilling“ zu übertragen und mittels künstlicher Intelligenz Rückschlüsse zugunsten einer besseren Steuerung der Verkehrsströme zu sorgen.

Bürger/Innen und interessierte Gruppen werden mit einem Citizen-Science-Ansatz aktiv in die Forschungsprozesse eingebunden. Dazu werden ergänzende Formate wie offene Workshops mit angeboten. Neben Publikationen werden Interessierten digitale und analoge, interaktive Informations- und Lernmöglichkeiten im Bürgerzentrum geboten.