Ein weiterer großer Schritt zum schnelleren und günstigeren Glasfaserausbau wurde gemacht: Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat im November den Entwurf der DIN-Norm 18220 verabschiedet. Dadurch werden sogenannte minimalinvasive Verlegemethoden standardisiert und den ausbauenden Kommunen mehr Rechtssicherheit gegeben.

Umso erfolgreicher der Breitbandausbau voranschreitet, umso einfallsreicher werden die Unternehmen bei den Verlegemethoden. Ein guter Grund dafür ist der Kostenfaktor. Schließlich macht der Tiefbau rund 80 Prozent eines Ausbauprojektes aus. Es gibt offene, grabenlose, in Abwasserkanälen verlegte und oberirdische Verlegemethoden für Glasfaser. Zu den offenen Methoden gehören zum Beispiel das Pflug- und Trenchingverfahren oder die oberirdische Verlegung entlang von Telekommunikationsleitungen. Außerdem gibt es das Spülbohrverfahren und die Erdverdrängung durch Erdraketen. Die Verfahren sind je nach topologischen Eigenschaften und speziellen Projektanforderungen auszuwählen.

Jede Verlegemethode hat eigene Beschränkungen und Einsatzszenarien, die insbesondere von der Oberflächenbeschaffenheit, den bestehenden Infrastrukturen und der Länge der zu verlegenden Strecke abhängen. Wo welche Technik vorzugsweisen Einsatz finden kann und sollte, richtet sich daher nach den Gegebenheiten vor Ort und ist mit dem zuständigen Träger der Wegebaulast abzustimmen. Doch eines haben die „Alternativen“ gemein, durch sie werden Geld und Zeit gespart. In der Digitalstrategie des Bundes und in den Vereinbarungen zahlreicher Länder ist daher ein vergrößertes Augenmerk auf eben diese Methoden gerichtet und diese sollen verstärkt eingesetzt werden.

Aktuell werden die alternativen Verlegemethoden auch aus einem anderen Grund heiß diskutiert. Denn das DIN (Deutsches Institut für Normung) hat die Rahmenbedingungen für die Verlegung von Glasfaserkabeln in eine DIN zusammengefasst. Ende des Jahres lag der finale Entwurf zur „E DIN 18220“ vor. Seit 2020 arbeiten an dieser Norm nun schon mehr als 30 Gremienmitglieder aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung sowie Öffentliche Hand und Wirtschaft. Dieses Dokument gibt Leitlinien für den Bau und Hinweise zur Planung und Dokumentation von unterirdischen Telekommunikations-Breitbandinfrastrukturen im Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren für Mikrorohre, Mikrorohrverbunde, Kabelschutzrohre und erdverlegbare Telekommunikationskabel vor. Darüber hinaus legt dieses Dokument Verfahren für die Herstellung von Gräben unterschiedlicher Breite und Tiefe, die Legung der Telekommunikations-Infrastruktur, sowie die Verfüllung und Wiederherstellung im Bereich der Straßengrundstücke im öffentlichen Raum sowie privater Grundstücke fest.

Es wurden diverse Arbeitskreise zu den Themen Leitungsbau und Bauausführung, Material und Forschung, Öffentliche Hand sowie Telekommunikation gebildet. Nach einer öffentlichen Diskussion ist mit einer endgültigen Norm im Frühjahr 2023 zu rechnen. Schon jetzt bringen sich Verbände und Lobbyvertretungen in Stellung. Denn diese DIN wird als Standardwerk zum Beispiel die exakten bautechnischen Grundsätze, Bauausführungen und unter anderem die zu verwendenden Baustoffgemische für die Verfüllung beschreiben, was den Kommunen rechtlich mehr Sicherheit geben wird und den Bauunternehmen ebenfalls. Der DIN-Entwurf kann noch bis zum 18. Januar kommentiert werden.

Externe Links:
Broschüre des BMDV „Verlegemethoden für den Gigabitausbau“ (Downloadseite des BMDV)

Unsere Serie „Alternative Verlegemethoden“

Roboter verlegen Glasfaser im Abwasserkanal

Roboter verlegen Glasfaser im Abwasserkanal

Ein Mitarbeiter bereitet den Roboter für den Einsatz vor. Pro Tag können zwischen 100 und 250 Meter Glasfaserkabel so verlegt werden.(Quelle: Fast Opti-com) Die Verlegung von Glasfaser durch Roboter in Abwasserrohren zählt zu den alternativen...

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