Wie grenzüberschreitende Kooperationsprojekte mit den aktuellen Beschränkungen umgehen.

Die atene KOM wirkt in zahlreichen europäischen Kooperationsprojekten mit, in denen Städte und Regionen an Lösungen für gemeinsame Herausforderungen in den Bereichen Digitalisierung, Mobilität, Energie und Bildung arbeiten. Der gegenseitige Austausch steht bei diesen Projekten im Mittelpunkt. Aktuell und in nächster Zeit können Veranstaltungen, Arbeitstreffen und andere Aktivitäten nicht wie geplant stattfinden. Das stellt die Partnerschaften vor Herausforderungen. Wie gehen die Projekte damit um?

Regelungen der Förderprogramme

Die gemeinsamen Sekretariate der Fördermittelprogramme unterstützen die geförderten Projekte in der derzeitigen Lage mit einer Reihe von Flexibilitäts- und Kulanzregelegungen.

So bieten zum Beispiel die Interreg-Programme im Nordseeraum und im Ostseeraum ihren Projekten die Möglichkeit, eine sechsmonatige Verlängerung der Projektlaufzeit zu beantragen, wenn wesentliche Projektergebnisse durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie stark verspätet sind. Auch wurden Regelungen zur Unterzeichnung von Dokumenten zum Teil so angepasst, dass bei der Berichterstattung und Prüfungslegung auch digitale Unterschriften akzeptiert werden.

“Um sicherzustellen, dass die Projekte ihre geplanten Ergebnisse erzielen, wird die Verwaltungsbehörde / das gemeinsame Sekretariat in der derzeitige Situation flexibel und entgegenkommend handeln“, heißt es zusammenfassend auf der Website des Interreg-Ostseeraumprogramms.

Befähigung für Online-Meetings

Wie in allen gesellschaftlichen Bereichen setzen auch die Projektpartner europäischer Kooperationsprojekte nun verstärkt auf Online-Meetings und digitale Zusammenarbeit. Gehörte dies auch schon vor COVID-19 zum Alltag vieler Projektpartner, probieren nun viele von ihnen neue Formate und Tools aus und lernen neue Möglichkeiten kennen. Auch hierbei unterstützen die Fördermittelprogramme durch verschiedene Angebote. Ein bereits seit längerer Zeit geplantes Webinar von Interreg Europe mit dem Titel „Host your meeting online“ stieß Ende März – rund zehn Tage nach Beginn des Lockdowns in den meisten europäischen Ländern – bei mehr als 400 Teilnehmenden auf großes Interesse.

Neue Chancen digitaler Partizipation

Umdisponieren müssen derzeit vor allem Partner solcher Projekte, die ein besonderes Gewicht auf Beteiligung und Co-Kreation legen. Die von der atene KOM unterstützten Interreg-Ostseeraumprojekte LUCIA und GreenSAM hatten an verschiedenen Pilotstandorten Beteiligungsprozesse geplant, die nun auch in den digitalen Raum umziehen müssen. Dies ist insbesondere dann eine Herausforderung, wenn die Zielgruppe, wie im Projekt GreenSAM, die Generation 60+ ist. Erste Erfahrungen der an den Projekten mitwirkenden Städte Hamburg, Riga (Lettland) und Porvoo (Finnland) zeigen jedoch: Die Krise birgt auch die Chance, kreativ zu werden, digitale Formate weiterzuentwickeln und den eigenen Werkzeugkoffer der Beteiligungsinstrumente auszubauen – auch für die Zeit nach der Pandemie.