Eines der Messfahrzeuge der atene KOM, die die Messungen im Auftrag der DABB durchführt
Foto: atene KOM / Florian Schuh
  • Brandenburg ist erstes Bundesland, das die Mobilfunkabdeckung flächendeckend mit Messfahrzeugen überprüft
  • Erste Ergebnisse werden im Februar 2021 erwartet
  • Messdaten sollen zur Diskussion eines gezielten Ausbaus – auch mit 5G – und somit zu spürbarer Verbesserung der Mobilfunkversorgung im größten ostdeutschen Bundesland führen

Die DigitalAgentur Brandenburg (#DABB) hat ein in Deutschland bislang einmaliges Projekt gestartet: Als erstes Bundesland in Deutschland führt Brandenburg eine flächendeckende Analyse der real vorhandenen Mobilfunkversorgung durch. Hierfür ist seit November eine ganze Flotte an Messfahrzeugen des Digitalisierungsexperten atene KOM im Auftrag der DigitalAgentur Brandenburg auf den Straßen des größten neuen Bundeslands unterwegs.

Mit selbst entwickelter und hochsensibler Messtechnik wird noch bis Ende des Jahres fast die gesamte Fläche Brandenburgs erfasst. Dabei legen die Messfahrzeuge fast 40.000 Kilometer auf Autobahnen, Bundes-, Land-, Kreis- und Gemeindestraßen zurück.

Erste Messergebnisse werden im Laufe des kommenden Februars vorgestellt. Im Kern geht es Brandenburg um die Ermittlung noch vorhandener „weißer Flecken“ bei der Mobilfunkversorgung und um eine kontinuierliche Verbesserung der Abdeckung im Zuge der Mobilfunkentwicklung. Daneben wollen die Experten der Brandenburger DigitalAgentur die deutschen Mobilfunknetzbetreiber mit realen Messdaten aus Nutzersicht unterstützen, um die ihnen von der zuständigen Regulierungsbehörde – der Bundesnetzagentur (BNetzA) – gemachten Versorgungsauflagen auf die Bedarfe der märkischen Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft und der Kommunen für eine optimale Daseinsvorsorge auszurichten.

Gemessen wird sowohl in 3 als auch 1,5 Metern Höhe. Auf diese Weise können die Messergebnisse nicht nur mit dem offiziellen Messverfahren der BNetzA (3 Meter Höhe) verglichen werden, sondern spiegeln auch das typische Nutzungsverhalten normaler Anwender (1,5 Meter Höhe) wider.

Die Messfahrzeuge legen bei der flächendeckenden Erfassung der Mobilfunkversorgung in Brandenburg fast 40.000 Kilometer zurück
Foto: atene KOM / Florian Schuh

Hintergrund: Um die mit der Zuteilung von Mobilfunkfrequenzen im Jahr 2015 verbundenen Auflagen der Bundesnetzagentur zu erfüllen, müssen die Mobilfunker seit dem 1. Januar 2020 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestbandbreite von 50 MBit/s pro Antennensektor versorgen. Daneben müssen alle Hauptverkehrswege vollständig abgedeckt werden.

„Die flächendeckende Verfügbarkeit und Stabilität hochleistungsfähiger Mobilfunknetze ist schon jetzt für Unternehmen, Gewerbetreibende und nicht zuletzt für alle Bürgerinnen und Bürger ein entscheidendes Kriterium“, sagt #DABB-Geschäftsführer Dr. André Göbel. „Gerade in unserem teils sehr dünn besiedelten Bundesland stellen leistungsfähige digitale Infrastrukturen einen entscheidenden Standortfaktor dar – sei es für Unternehmen, für deren Produktionsabläufe schnelles Internet unverzichtbar ist, sei es für Bürgerinnen und Bürger, die gerade in Zeiten der Corona-Pandemie zuhause im Home-Office arbeiten.“

„Dabei ist es uns wichtig, die Funkversorgung nah an der alltäglichen Anwendung von Handy & Co. zu messen“, ergänzt Olaf Neumann als zuständiger #DABB-Projektleiter. Die so gewonnenen Daten können Land, Kommunen sowie Netzbetreiber beim Netzausbau gezielt unterstützen.

Geschäftsführer Göbel unterstreicht: „Mit unserer Messkampagne schaffen wir eine wichtige Grundlage dafür, dass der ländliche Raum nicht abgehängt wird, sondern vielmehr gezielt von den Chancen der Digitalisierung profitieren kann.“

Für die Messungen werden nahezu alle Autobahnen, Bundes-, Land-, Kreis- und Gemeindestraßen in Brandenburg abgefahren
Foto: atene KOM / Florian Schuh