© atene KOM v.l.n.r.: Dr. Annette Schumacher (atene KOM), Dorothee Eisenlohr (Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Schramberg), Andreas Schütze (Amtschef des Innenministeriums BW), Dr. Wolf-Rüdiger Michel (Landrat LK Rottweil), Frank Bothe (Telekom) und Michael Föll (Ministerialdirektor Kultusministerium BW).

Die Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen Schramberg können jetzt mit Gigabit-Geschwindigkeiten surfen. Zur offiziellen Einschaltung der neuen Glasfaseranschlüsse trafen sich am 15. Oktober 2019 Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel, Schulleiter Axel Rombach und Dr. Annette Schumacher von der atene KOM, Projektträger des Förderprogramms für den Ausbau des Gigabit-Internets im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums, und Vertretern des baden-württembergischen Innen- und Kultusministeriums vor Ort. Durch einen Speedtest, öffentliches WLAN-Netz sowie einer Vielzahl an Online-Anwendungen beim digitalen Marktplatz konnten sich alle davon überzeugen, was durch schnelle Datenübertragung künftig möglich ist.

Das Berufsschulzentrum Schramberg ist die erste Schule des Landkreises Rottweil, die vom laufenden Glasfaserausbau profitiert. Bis zum Sommer 2020 werden 69 sowohl in kommunaler als auch in anderweitiger Trägerschaft stehende Schulen im Landkreis direkt an das schnelle Internet angebunden.

Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel sprach von einem höchst erfreulichen Tag: „Wir investieren aus voller Überzeugung in leistungsfähige Internetzugänge an unseren Schulen. So machen wir diese fit für den Unterricht der Zukunft. Der Medieneinsatz an unseren Schulen erhält eine deutlich bessere Qualität. Nun gilt es, durch Aus- und Weiterbildung medienbezogene Kompetenzen zu entwickeln, damit die Schülerinnen und Schüler konstruktive und interaktive Lernaktivitäten entfalten können.“

Dr. Annette Schumacher, atene KOM: Gerade mit Blick auf die Notwendigkeit der Digitalisierung im Bildungsbereich ist es wichtig, dass wir Tempo machen und nachhaltige, hochleistungsfähige Netze bauen. Dies ist im Landkreis Rottweil vorbildlich und schnell gelungen, nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für den Einzug innovativer digitaler Lehr- und Lernmethoden in den Schulalltag und somit für die hervorragende Aus- und Weiterbildung in Baden-Württemberg und Deutschland geschaffen worden.

Michael Föll, Kultusministerium: „Angesichts der rasanten Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung stehen die beruflichen Schulen vor großen Herausforderungen. Deswegen ist ihre Anbindung an das Glasfasernetz umso wichtiger“, sagt Ministerialdirektor Michael Föll. In Schramberg gebe es zudem noch eine besondere Situation, merkt Föll an: „Dass dem Landkreis die berufliche Bildung wichtig ist, hat er bereits durch die Einrichtung einer Lernfabrik 4.0 auf eigene Kosten gezeigt. Der Glasfaseranschluss ist jetzt der nächste Schritt, der die Lernfabrik optimal ergänzt und die Schule für die Zukunft gut aufstellt.“

Welche praktischen Möglichkeiten sich nun durch den Glasfaseranschluss im Bereich des digitalen Lernens in der Schule ergeben, machten Schüler, Lehrer und medienpädagogische Referenten in den Unterrichtsräumen der Beruflichen Schulen in Schramberg bei einem digitalen Marktplatz mit vielen praktischen Beispielen deutlich. Durch ein anschauliches Life-Webmeeting mit den Beruflichen Schulen Oberndorf-Sulz, bei der die beiden Lernfabriken der Schulen vorgestellt wurden, konnte gezeigt werden, wie ortsungebunden in der Zukunft Lernen sein kann.

Sowohl das Gymnasium Schramberg als auch die Berufliche Schulen Oberndorf-Sulz stellten ihre Tablet-Schulkonzepte vor, zeigten Unterrichtsergebnisse und hielten viele Tablets zum Mitmachen und ausprobieren bereit. Ein selbstgestaltetes Gruppen-Lernquiz bereitete den Besuchern reichlich Spaß. 

Die Möglichkeit des selbständigen interaktiven Lernens mit digitalen Arbeitsblättern, Filmsequenzen in Verbindung mit Aufgaben und Selbstkontrolle, das alles online, präsentierte MedienLB in zahlreichen Anwendungen.

Das Kreismedienzentrum mit seinem Team zeigte die Chancen von Augmented Reality auf, beispielsweise mit einem Merge Cube.  Mit dem Würfel kann zum Beispiel in 3D das Sonnensystem oder der menschliche Körper erkundet werden. Ebenso stellte das Medienzentrum seine didaktische und umfangreiche Online-Mediathek Sesam vor. Mit dem Programm-Tool „Minnit“ können in Echtzeit Umfragen sofort im Klassenzimmer oder einer Konferenz durchgeführt werden. An einem weiteren Stand wurde gezeigt, dass das Verwalten von Tablets online von zu Hause aus durch ein schnelles und stabiles Internet künftig auch möglich ist.

Für den Ausbau aller Schulen im Landkreis Rottweil hat das auszubauende Telekommunikationsunternehmen sieben Ausbaugebiete festgelegt. Insgesamt verlegt das Unternehmen fast 40 Kilometer Glasfaserkabel.

Die laut Landrat Dr. Michel „zukunftsweisende digitale Anbindung“ der 69 Schulstandorte erfordert eine Investitionsbeihilfe von insgesamt 1,5 Mio. Euro. Davon zahlen der Landkreis sowie die Kommunen bzw. Schulträger 453.000 Euro. Bund und Land unterstützen mit 755.000 bzw. 300.000 Euro. Den Förderbescheid des Bundes hatte Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, im November 2018 in Rottweil übergeben. Der Landkreis Rottweil ist damit einer der ersten Landkreise bundesweit, der alle Schulen direkt an Glasfaser anbindet.