Das einheitliche Materialkonzept

Mit der Förderung gehen Vorgaben für den Bau der Infrastruktur einher. Diese dienen dazu, eine nachhaltige und standardisierte Infrastruktur auszubauen. Die im einheitlichen Materialkonzept aufgeführten Größen, Mengen und Ausführungen charakterisieren dabei Mindestvorgaben bei der Errichtung von Breitbandnetzen. So werden in den Vorgabenzur Dimensionierung passiver Infrastruktur Mindestgrößen zu Verteileinheiten und Reservekapazitäten festgelegt sowie die Farbgebung der Rohre vorgegeben.

Zu den Kernprinzipien des einheitlichen Materialkonzepts des Bundes gehört unter anderem die nachhaltige Schaffung passiver Infrastruktur. Beispielsweise sind dies Leerrohranlagen, die durch alle Anbieter von Telekommunikationsdiensten und anderen glasfaserbasierten Diensten (Industrie 4.0, Medizin 4.0, Agrar 4.0, autonomes Fahren, 5G) nutzbar sind. Bei der Erstellung des einheitlichen Materialkonzeptes wurde besonders auf die Kompatibilität mit anderen Netzen geachtet. Um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, ist es für alle Telekommunikationsunternehmen, die im Rahmen des Bundesförderprogramms einen Ausbau vornehmen, also für alle Zuwendungs- und Beihilfenempfänger notwendig, ihre Ausbaukonzepte unter Beachtung des einheitlichen Materialkonzeptes zu entwerfen.

Die im einheitlichen Materialkonzept aufgeführten Materialien sind marktübliche Produkte, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden.

Das ausführliche Materialkonzept steht ebenso wie die Vorgaben zur Dimensionierung passiver Infrastruktur zum Download bereit (à Siehe „Weiterführende Links zu Dokumenten“ am Ende dieser Seite).

Ausnahmegenehmigungen

Ausnahmegenehmigungen vom Materialkonzept sind in Einzelfällen zulässig, bedürfen aber eines Ausnahmeantrages und einer nachfolgenden fachlichen Prüfung durch den Projektträger. Ausnahmegenehmigungen kommen insbesondere dann in Frage, wenn bestehende Leerrohre oder andere Kabelwege genutzt werden sollen, die eine Einhaltung des Konzeptes nicht ermöglichen. Das Materialkonzept bezieht sich grds. auf die durch die Förderung neu entstehende Infrastruktur. Einige grundsätzliche Parameter des Materialkonzeptes sind einzuhalten, u. a. die Einhaltung des Faserkonzeptes und der garantierte „Open Access“. Der Antrag auf Ausnahme muss frühzeitig gestellt werden und eine Begründung der Abweichung sowie der geplanten Umsetzung enthalten. In vielen Fällen ist durch Optimierung der Planung eine Eingrenzung der Gebiete und eine Reduktion der Kosten möglich. Wir bieten auch gern ein persönliches Gespräch an, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Beispiele für genehmigte Abweichungen vom Materialkonzept:

  • Freigabe von Rohrverbänden 24 x 8/6 DBMF (Einsatz im Abwasserkanal)
  • Landkreis Siegen- Wittgenstein Nutzung von vorhandener Infrastruktur in Teilgebieten
  • Landkreis Heidekreis Nutzung der bestehenden TKU Infrastruktur in Teilbereichen
  • Lutherstadt Wittenberg Nutzung von bereits verlegten Rohrverbänden