Die Lokalen Aktionsgruppen in Brandenburg haben neue Regionale Entwicklungsstrategien (RES) zur Umsetzung des europäischen LEADER-Programms in der kommenden Förderperiode beschlossen. Die atene KOM begleitete die Aktionsräume Havelland, Ostprignitz-Ruppin und Spree-Neiße Land bei der Strategieentwicklung, im Zuge derer Schwerpunkte, Ziele und Verfahren zur Förderung von Vorhaben im ländlichen Raum definiert worden sind.

Im Juli haben die LEADER-Regionen in Brandenburg ihre Regionalen Entwicklungsstrategien (RES) für die kommende ELER-Förderperiode 2023–2027 auf den Weg gebracht. Dazu gehören auch die Regionen Ostprignitz-Ruppin, Havelland und Spree-Neiße Land, deren Lokale Aktionsgruppen (LAGn) durch die atene KOM bei der Strategieentwicklung begleitet worden sind.
Die RES bilden die Grundlage für die Anerkennung der LAGn-Gebiete als LEADER-Regionen durch das Land Brandenburg. Gleichzeitig definieren sie entsprechend der regionsspezifischen Entwicklungsbedarfe und Potenziale die künftige Entwicklung des ländlichen Raums in den Regionen. Dementsprechend unterschiedlich wurden daher auch die Schwerpunkte der einzelnen Aktionsgruppen in ihren RES gesetzt:

LAG Ostprignitz-Ruppin

In der LAG Ostprignitz-Ruppin setzen die lokalen Akteure für die kommende Förderperiode einen besonderen Fokus auf Vorhaben im Bereich der Energiewende. Sie sollen Vorhaben unterstützen, durch die die Bürger:innen im ländlichen Raum besser vom Ausbau Erneuerbarer Energien profitieren können. Außerdem bietet die Strategie neue Ansätze zur Einbindung junger Menschen bei der Gestaltung ihrer Region, etwa durch Beteiligungsformate und eigene Förderbudgets. Ein öffentliches Forum und eine Regionalkonferenz begleiteten den Strategieentwicklungsprozess sowie vier thematisch-inhaltliche Workshops und zahlreiche Arbeitstreffen mit der Strategiegruppe der LAG. Per Beschluss der Mitgliederversammlung wurde die Strategie am 28. Juni 2022 verabschiedet.

LAG Havelland

Identität und Kultur sowie die Unterstützung des Ehrenamts sind zentrale Themen der neuen Regionalen Entwicklungsstrategie für die LEADER-Region Havelland. Ein besonderer Fokus liegt in der Überwindung struktureller Unterschiede zwischen dem westlichen Teil des Havellandes an der Außengrenze Brandenburgs und dem östlichen Teil mit großer Nähe zum Ballungsraum Berlin/Potsdam, weshalb räumliche Förderschwerpunkte bei der Auswahl förderwürdiger Vorhaben im ländlichen Raum definiert worden sind. Auch im Havelland wurde der Prozess der Strategieerstellung seit Oktober 2021 in vier Vorstandsworkshops mit der LAG umgesetzt. Ansätze, Handlungsbedarfe und innovative Ideen zur Gestaltung der Region wurden zudem in einer Beteiligungsveranstaltung und der „Havelland-Konferenz“ mit vielen verschiedenen Akteuren diskutiert. Am 27. Juni wurde die Strategie von den Mitgliedern der LAG beschlossen.

LAG Spree-Neiße-Land

Das Spree-Neiße-Land in der Lausitz steht im Zuge des demographischen Wandels und des Strukturwandels in Folge des bevorstehenden Ausstiegs aus der Braunkohleförderung vor großen Herausforderungen. Dies soll in der kommenden Förderperiode unter dem Motto „Region Gemeinsam Gestalten / Region Zgromadnje Wugótowaś“ angegangen werden. Ein strategisches Handlungsfeld besteht demnach in der Gestaltung des Wandels der regionalen Wirtschaft: Hierfür sollen im Kontext des LEADER-Ansatzes Arbeitsplätze gesichert und geschaffen, kleine Unternehmen gestärkt sowie die Regionalvermarktung und die Bioökonomie gefördert werden. Zudem sollen die touristischen Potenziale der Naturräume, historischen Ortsbilder und kulturellen Alleinstellungsmerkmale – zum Beispiel die sorbische beziehungsweise wendische Traditionen – stärker erschlossen werden. Weitere Handlungsfelder bestehen in der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements sowie in der ganzheitlichen Siedlungsentwicklung zur Sicherung der Daseinsvorsorge und der Entwicklung attraktiver Dörfer.

Die gemeinsame Erarbeitung der Strategie fand im Rahmen von drei fachlichen Workshops und einer abschließenden Regionalkonferenz statt. Aufgrund der pandemischen Lage wurde für die ersten beiden Beteiligungsformate ein digitales Veranstaltungsformat gewählt und zusätzlich eine prozessbegleitende Online-Umfrage erstellt. Die LAG hat die Strategie am 22. Juni 2022 im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung beschlossen.

atene KOM als Partnerin für die Regionalentwicklung

Auch in weiteren LEADER-Regionen in Sachsen-Anhalt und Hessen organisierte die atene KOM den gesamten Prozess zur Erstellung Regionaler Entwicklungsstrategie. Die Prozessbegleitungen umfassten auch hier Bestandsaufnahmen zu den Entwicklungsbedarfen und -potenzialen, strategische Beratungen sowie die konzeptionelle und praktische Umsetzung der Beteiligungsprozesse und die redaktionelle Erstellung der Entwicklungsstrategie.