Im Rahmen eines Online-Partnermeetings vom 24. bis 26. März erprobte die LowTEMP Partnerschaft Schulungsmaterial zu innovativen Strategien und Werkzeugen für die Planung, Finanzierung und Verwaltung von Niedertemperatur-Fernwärmesystemen (NTFW-Systemen).

Effiziente Fernwärmesysteme sind ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Energieversorgung und tragen dazu bei, Energieverschwendung und Treibhausgasemissionen (CO2) zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, stärkt LowTEMP das Know-how und das Bewusstsein der verantwortlichen öffentlichen und privaten Akteure für die Notwendigkeit des Einsatzes intelligenter und nachhaltiger Energieversorgungssysteme. Diese Systeme ermöglichen die Nutzung von erneuerbarer oder ungenutzter Überschusswärme und die Verteilung von Wärme mit niedriger Temperatur.

Nach zweieinhalbjähriger Projektumsetzung, dem gemeinsamen Austausch und der Erweiterung des Fachwissens, testete das LowTEMP-Konsortium die erste Reihe von Lehrmaterialien für ein zwei- bis dreitägiges Seminar. Dieses richtet sich an die für Energiefragen zuständigen kommunalen Vertreter, Energieversorgungsunternehmen, Energieagenturen, Planer und Ingenieure im Ostseeraum (BSR) und umfasst innovative Strategien und Instrumente zur Planung, Finanzierung und Verwaltung von NTFW-Systemen.

Das Projekt ist nun an einem Punkt angelangt, an dem die Module und Seminare getestet werden müssen. Um diesen ersten Versuch trotz der aktuellen COVID-19-Pandemie und eingeschränkter Reisemöglichkeiten erfolgreich durchzuführen, nahmen fast 30 Teilnehmer aus zehn Partnerländern an einem Online-Meeting teil, das in mehreren Sitzungen vom 24. bis 26. März 2020 stattfand. Die für einzelne Module verantwortlichen Partner stellten ihr Lehrmaterial in einer 30 bis 45-minütigen PowerPoint-Präsentation vor, worüber fachliche Inhalte mittels praktischer Beispiele und kurzer Aufgaben vermittelt werden. Die Partner hatten dann die Möglichkeit, konstruktives Feedback zu geben, sodass die Module nun weiter verbessert und optimiert werden können.

Derzeit enthält das „LowTEMP-Schulungspaket“ die folgenden Module:

Einführung in die Klimaschutzpolitik und -ziele (entwickelt von ZEBAU GmbH)

  • bietet Hintergrundinformationen auf europäischer und nationaler Ebene

Einführung in Energieversorgungssysteme und Niedertemperatur-Fernwärme (entwickelt von ZEBAU GmbH)

  • skizziert verschiedene Konzepte und Fernwärme-Generationen

Energieversorgungssysteme in der Ostseeregion (entwickelt von Thermopolis)

  • Überblick über verschiedene Wärmeversorgungssysteme in den Ländern der Ostseeregion

Entwicklung von Energiestrategien (entwickelt von der Technischen Universität Riga und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus – Senftenberg)

  • strategische Ansätze und Instrumente für die Entwicklung von Energiestrategien basierend auf Pilotstrategien aus Finnland, Estland und Lettland

Wirtschaftliche Effizienz und Finanzierungslücken in (Niedertemperatur-) Fernwärmesystemen (entwickelt von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus – Senftenberg)

  • Einführung und Anwendung einer Methode zur Berechnung von wirtschaftlicher Effizienz und Finanzierungslücken

Geschäftsmodelle und innovative Finanzierungsstrukturen für Niedertemperatur-Fernwärme (entwickelt von Sustainable Business Hub und Gate 21)

  • Veranschaulichung verschiedener Geschäftsmodelle und eine Toolbox zur Ermittlung (innovativer) Finanzierungsstrukturen

Anforderungen an die Niedertemperatur-Gebäudeausrüstung (entwickelt von ZEBAU GmbH)

  • technische Funktionen, Arten und Status der Implementierung

Technische Infrastruktur, Wärmeerzeugung und Speichermöglichkeiten (entwickelt von AGFW-Projekt-GmbH)

  • Installationsmethoden, Wartungsoptionen, mögliche Upgrades

Innerhalb der verbleibenden Projektlaufzeit bis September 2020 wird das „LowTEMP-Schulungspaket“ um weitere Module ergänzt und auf der LowTEMP-Website zur Verfügung gestellt. Nach seiner Fertigstellung wird es mittels eines „Train-the-Trainer“-Ansatzes in andere Gemeinden der Ostseeregion getragen, wodurch die Nachhaltigkeit des Projektwissens und der -ergebnisse erhöht wird.

Hintergrund

Das Projekt LowTEMP wird von der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung und Europäisches Nachbarschaftsinstrument) im Rahmen des Interreg-Ostseeraumprogramms 2014-2020 unterstützt. Interreg ermöglicht transnationale Zusammenarbeit für die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen, die nicht an nationalen Grenzen enden, wie z. B. steigende CO2-Emissionen. Die LowTEMP-Projektpartner kommen aus Polen, Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Lettland und Russland.

Das Projekt trägt zu den Zielen der EU2020 Strategie bei, indem es Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen und die Reduzierung von CO2-Emissionen fördert. Ebenfalls unterstützt es die Ziele der nationalen und europäischen Raumentwicklungspolitik sowie die EU-Strategie für den Ostseeraum (EUSBSR).

Die atene KOM GmbH hat das Projekt im Auftrag des Lead Partners IMP PAN (Institute of Fluid-flow Machinery, Polish Academy of Sciences) entwickelt und ist für das Projekt-, Finanz- und Kommunikationsmanagement verantwortlich. Die atene KOM GmbH hat die LowTEMP Konferenz mitorganisiert und moderiert.

Link: LowTEMP Projektseite