Die Stadt Hagenow macht sich smart! Seit Oktober unterstützt die atene KOM das Mittelzentrum im Landkreis Ludwigslust-Parchim bei der Entwicklung einer Digitalen Agenda. Zur Bedeutung kommunaler Digitalisierungsstrategien und ersten Erfahrungen aus dem Projekt, berichtete Henrik Nürnberger, atene KOM-Projektmanager am Standort Schwerin, auf der „NØRD“ – dem landesweiten Digitalkongress in Mecklenburg-Vorpommern.

Bislang haben die meisten Kommunen keine Digitalisierungsstrategie. Das belegen aktuelle Zahlen der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) und des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT). Wenig überraschend ist, dass besonders kleine Kommunen im ländlichen Raum den digitalen Wandel selten proaktiv angehen – sei es wegen fehlender Ressourcen oder der uferlos scheinenden Herausforderungen bei diesem Zukunftsthema.

Wenig Papier – viel Konkretes!

Dass eine Strategie kein hundertseitiges Papier bedeuten muss, unterstreicht atene KOM-Projektmanager Henrik Nürnberger diese Woche beim „Smart City Pitch“ in Wismar im Rahmen der „NØRD“, dem ersten landesweiten Digitalisierungskongress in Mecklenburg-Vorpommern: „Entscheidend ist, dass Kommunen zunächst konkrete Maßnahmen und Projekte identifizieren, die auch mit wenigen Mitteln umgesetzt werden können – etwa die Einrichtung von Online-Formularen für einfache Verwaltungsleistungen und eine bürgerfreundliche Darstellung kommunaler Angebote im Netz.“

Kleine digitale Projekte zu definieren, ist daher auch das Ziel beim Strategieprozess der Digitalen Agenda in der Stadt Hagenow, die dabei seit Oktober durch das atene KOM-Regionalbüro für Mecklenburg-Vorpommern unterstützt wird. Das Projekt- und Kommunikationsmanagement der atene KOM umfasst dabei das gesamte Veranstaltungsmanagement, die Beteiligungsmoderation und die redaktionelle Betreeung der Agenda.

Auf dem Weg zur digitalen Stadt

„Kommunen haben eine gute Position, wenn Bürgermeister die Digitalisierung zur Chefsache erklären. Für die digitale Ausgestaltung kommt es allerdings darauf an, dass die Verwaltung ein breites Bündnis lokaler Player einbezieht“, erläutert Henrik Nürnberger am Beispiel der Stadt Hagenow. Ende Oktober fand in Hagenow ein Auftakttreffen zwischen verschiedenen Akteuren aus der kommunalen Verwaltung, Stadtvertretern, lokalen Unternehmern sowie Vertretern aus kommunalen Einrichtungen, umliegenden Ämtern und dem Landkreis statt. „Einige der hier bereits gesammelten Ansätze und Ideen werden im weiteren Strategieprozess diskutiert, priorisiert und die aussichtsreichsten Vorhaben bis Anfang 2020 in einen konkreten Zeit-Maßnahmen-Plan gegossen“, so das erklärte Ziel.

Auch andere Kommunen in Westmecklenburg nehmen Tempo bei der Digitalisierung auf, wie der anregende Austausch beim „Smart City Pitch“ auf der NØRD gezeigt hat: Bürgermeister Lars Prahler präsentierte Digitalprojekte seiner Stadt Grevesmühlen und Julian Legert, Wirtschaftsförderer von Wismar, gab einen Ausblick auf das geplante Innovationszentrum in der Hansestadt. So bot der „Smart City Pitch“ auf dem Digitalkongress eine gute Gelegenheit, vielversprechende Ideen und mögliche Synergien für für Mecklenburg-Vorpommern auszuloten. Mehr Informationen zur NØRD.