Mit verschiedenen Programmen haben sich das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in den vergangenen Jahren verstärkt der Entwicklung kleinerer Städte und Gemeinden zugewendet.

Im Rahmen einer Pilotphase zu der ab 2023 geplanten „Kleinstadtakademie“ laufen seit dem vergangenen Jahr verschiedene Modellvorhaben, in welchen Handlungsansätze für eine zukunftsfeste Kleinstadtentwicklung erarbeitet werden. Als Projektagentur begleitet die atene KOM vier Kleinstädte in dem Vorhaben „Innenstadt (be)leben!“.

Die Vielzahl gesellschaftlicher Änderungs- und Transformationsprozesse stellt Kleinstädte vor weitreichende Herausforderungen: Alterung und Abwanderung, Klimaveränderungen, Migration, Digitalisierung und der damit verbundene Strukturwandel erfordern tiefgreifende Anpassungen in der Stadtentwicklungspolitik. Die jeweiligen Auswirkungen sind jedoch stets lokal zu betrachten: Während einige Regionen vor der Aufgabe stehen, Infrastrukturen aufrechtzuerhalten und einer Bevölkerungsabwanderung entgegenzuwirken, zeigt sich besonders bei Kleinstädten in der Nähe von urbanen Räumen oft der umgekehrte Trend in Form von Zuwanderung und einem damit einhergehenden steigenden Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur.

Lösungsansätze und Erfahrungsaustausch für Kleinstädte

Die sich derzeit in der Pilotphase befindliche „Kleinstadtakademie“ soll durch kooperative und praxisnahe Forschung an die jeweiligen Bedarfe vor Ort anknüpfen. Frei nach dem Leitgedanken „Stadtentwicklung von Kleinstädten, mit Kleinstädten, für Kleinstädte“ soll ein offenes Austausch- und Lernnetzwerk für die über 2.100 Kleinstädte in Deutschland entstehen. Um das Ziel eines offenen Lernnetzwerks zu erreichen, sollen Formate, Strukturen, Inhalte und Themen der Kleinstadtakademie in drei Phasen entwickelt und geschärft werden:

  • Phase 1 (Planen und Gestalten): Festlegung grober Inhalte und Formulierung von Fragen
  • Phase 2 (Handeln und Testen): Testen und Dokumentieren der Ansätze und Vorhaben
  • Phase 3 (Bewerten und Reflektieren): Auswertung und Reflexion der Inhalte und Strukturen

Den vielfältigen Herausforderungen von Kleinstädten soll dabei durch innovative Ideen und die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs begegnet werden. So verfolgt auch die Pilotphase der Kleinstadtakademie vor allem zwei Ziele: Einerseits sollen die Kleinstadtverbünde in den Modellvorhaben gemeinsam möglichst viele Lösungs- und Handlungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung erarbeiten. Andererseits sollen die Ergebnisse in Form von identifizierten Arbeitsfeldern, Methoden und Instrumenten Eingang in die Kleinstadtakademie ab 2023 finden. Mit der Pilotphase ist somit ein besonderes Forschungs- und Erkenntnisinteresse seitens des Bundes verknüpft. Allem voran spielt die Beteiligung der Bevölkerung eine entscheidende Rolle: Diese soll in hohem Maße ihre Vorstellung von Lebensqualität in den Kleinstädten einbringen können.

atene KOM begleitet das Modellvorhaben „Innenstadt (be)leben!“

Die Teilnahme an der Pilotphase der Kleinstadtakademie erlaubt den ausgewählten Kommunen nicht nur mit kreativen Methoden und strategischer Unterstützung an ihrer Zukunftsfähigkeit zu arbeiten. Sie ermöglicht zugleich den intensiven Austausch mit anderen Kleinstädten, den Zugang zu fachlichen Ressourcen, Wissenstransfer sowie eine Vernetzung zwischen den Akteuren vor Ort.

Als Projektagentur begleitet die atene KOM GmbH seit Januar 2021 das Modellvorhaben „Innenstadt (be)leben!“. Zusammen mit den beteiligten Kleinstädten Bönen (NRW), Zwönitz (Sachsen), Demmin (MV) sowie Münnerstadt (Bayern) gestaltet sie den Erfahrungsaustausch (Interkollegiale Coachings in 2021) sowie die Entwicklung innovativer Lösungen zur Belebung von Innenstädten. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) begleitet das gesamte Modellvorhaben als Wissenschaftspartner und erarbeitet im Verbund Ideen, Methoden und Instrumente zur Innenentwicklung, die derzeit in den vier Kleinstädten erprobt werden.