Foto: Steffen Lehmann / TMB-Fotoarchiv

Im Dialogprozess REGIONALE wurden im November 2022 zwölf Schlüsselvorhaben zur Verbindung regionaler Stärken erarbeitet und durch die brandenburgische Landesregierung bestätigt. Damit ist ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung der Regionalentwicklungsstrategie erreicht. Die Schlüsselvorhaben bilden die Grundlage für den weiteren Prozess einer regional getragenen, gleichwertigen Entwicklung des Landes Brandenburg. Auf Basis des Kabinettbeschlusses werden die regionalen Akteur:innen ihre Vorhaben nun konkretisieren und mit Unterstützung der Landesregierung umsetzen.

Die Regionalentwicklungsstrategie (RES) des Landes Brandenburg fußt auf Eckpunkten sowie Strategischen Leitplanken und setzt wichtige Akzente durch Schlüsselvorhaben, die aus einem gemeinsamen Dialogprozess der Brandenburger Regionalakteur:innen hervorgegangen sind. Dadurch werden neue Perspektiven ermöglicht, der Austausch untereinander gestärkt und Brandenburgs Stärken gezielt verbunden.

Die im Kabinett bestätigten zwölf Schlüsselvorhaben thematisieren die Potenziale und Herausforderungen in den Regionen Brandenburgs: von Infrastrukturvorhaben, der Entwicklung neuer Wohn- und Gewerbegebiete entlang der schienengebundenen Entwicklungsachsen, der Ausgestaltung touristischer Angebote, der Errichtung eines Innovationscampus bis hin zu neuen Formen ökologischer Landnutzung und der Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts. Dabei liegt die Stärke der Vorhaben in ihrer integrierten Betrachtungsweise – regionale Bündnisse von Akteur:innen aus Stadt und Land arbeiten in einem dialogorientierten Prozess gebiets- und themenübergreifend zusammen.

Entwicklung Schlüsselvorhaben

Die thematisch mehrdimensionalen Schlüsselvorhaben wurden mit Blick auf die Einbeziehung des gesamten Raumes der Teilregionen erarbeitet. Nun werden sie gemeinsam in den Bündnissen aus kreislichen sowie kommunalen Trägern, Wirtschafts- und Wissenschaftspartnern umgesetzt:

Prignitz-Oberhavel

  1. „Brandenburger Tor“

Schwerpunkte des Schlüsselvorhabens sind zum einen die Infrastrukturentwicklung und zum anderen die Entwicklung attraktiver Wohn-, Arbeits- und Lebensstandorte entlang der schienengebundenen Entwicklungsachse Hamburg-Berlin, deren Strahlkraft in die ländlichen Räume der Region hineinwirken soll.

  1. Zukunftsachse Prignitzexpress

Ziel ist es, das Leben und Arbeiten entlang der Achse des RE6 voranzubringen, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Zusammenhalt der Region zu sichern sowie eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dies soll vor allem durch die Schaffung eines attraktiveren Schienenverkehrs und die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen für das Wohnen und Arbeiten entlang der Achse gelingen.

  1. Entwicklung des Life-Science-Clusters in OHV an der Entwicklungsachse Nord und Nord-West

Es soll der Ausbau der Life-Science-Branche durch Neuansiedlungen von Unternehmen und die Etablierung des Standortes als Forschungszentrum gefördert werden. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Universitäten, medizinischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

  1. (Wasser-) Tourismus an der Entwicklungsachse Nord – RE5

Das Schlüsselvorhaben hat zum Ziel, das (wasser-)touristische Angebot der Region als einen der stärksten Wirtschaftszweige sowie die gesamte tourismusrelevante Infrastruktur und Wertschöpfungskette zu verbessern. Durch die damit verbundene Stärkung lokaler Strukturen können Arbeitsplätze geschaffen und insgesamt die Attraktivität der Region als Lebens- und Arbeitsort gesteigert werden.

Uckermark-Barnim

  1. Innovation Campus Metropolregion Berlin-Stettin meBEST

Der Campus soll als Infrastrukturangebot (Gebäude) am Standort Schwedt/Oder entstehen und den Strukturwandel hinsichtlich einer zukunftsweisenden Energieversorgung und ökologischen Transformation proaktiv aufgreifen. Diese Themen sollen die Attraktivität für die Ansiedlung von Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und Branchen erhöhen.

  1. Klimawandelangepasste Landnutzung – Wasserhaushalt Uckermark-Barnim

Ziel des Vorhabens ist es, die Retentionsfunktion der Landschaft zu erhöhen und damit die natürlichen Ressourcen zu sichern. Auf Grundlage einer kleinräumigen Analyse sollen Anpassungen für die Forst- und Landwirtschaft entwickelt werden. Auch regionale Wertschöpfung durch neue Produkte kann daraus hervorgehen.

Oderland-Spree

  1. Entwicklungskorridor Ostbahn – klimagerecht – innovativ – grenzüberschreitend

Durch den Ausbau und die Vernetzung der Infrastrukturen stehen innovative, nachhaltige Beförderungsmöglichkeiten zu den Haltepunkten entlang der Ostbahn parallel zur Ertüchtigung der Bahnstrecke im Fokus. Die Verbindung von Innovation- und Wissensorten entlang der Ostbahn soll gestärkt werden. Unter anderem sollen die durch die Ansiedlung des TESLA-Werkes in Grünheide entstandenen Dynamiken im Bereich der Umfeldentwicklung besser gesteuert werden.

  1. Entwicklung des Helene-& Katjasees einschließlich seines Umfelds

Das Schlüsselvorhaben zielt auf einen moderierten Partizipationsprozess zur Entwicklung einer Leitidee für die zukünftige Nutzung des Naherholungsgebiets. Aufgrund von Erdrutschungen sind die Wasserfläche und die Uferbereiche des Naherholungsgebiets Helenesee seit Mai 2021 gesperrt.

  1. Erlebnisraumgestaltung im Seenland Oder-Spree

Geplant sind die weitere Implementierung und das Erlebbarmachen der Marke des Seenlandes Oder-Spree und damit die Schaffung eines Gesamterlebnisses in der Naherholung und im Naturtourismus.

  1. Mehrdimensionale Gestaltung des Bahnhofsumfeldes Fürstenwalde/Spree

Durch die Verlagerung des Verladebahnhofs vom Bahnhof in das Gewerbebiet Hegelstraße werden Entwicklungsimpulse für eine nachhaltige Mobilität sowie stadtentwicklungspolitische Impulse für das Bahnhofsumfeld und die nördliche Bahnhofsvorstadt geschaffen.

Lausitz-Spreewald

  1. Innovationsachse Berlin-Lausitz

Mit dem Schlüsselvorhaben werden Innovationsorte wie der Technologiepark Adlershof und der geplante Lausitz Science Park in Cottbus miteinander verbunden. So soll eine Innovationslandschaft gestaltet werden, die zu weiteren Ansiedlungen von Forschung und Unternehmen beiträgt. Entlang der Strecke werden Kooperationen angebahnt, beispielsweise mit einem Gebäude für Co-Working-Arbeitsplätze in Lübbenau/Spreewald, um die Entwicklungsdynamik dieser Standorte für den ländlichen Raum in Wert zu setzen und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Mobilität und Siedlungsentwicklung in der Region beizutragen.

  1. Technologiepark Funkerberg – Königs Wusterhausen

Der Technologiepark Funkerberg vereint Wirtschaft, Technologie und Forschung und ist Teil des Standortentwicklungskonzepts am Schönefelder Kreuz. Im Schlüsselvorhaben werden zunächst die Bauplanungen für den Technologiepark und der Wohnungsbau thematisiert.

Nächste Schritte

Im weiteren Prozess der REGIONALE erfolgt neben der Umsetzung auch die Weiterqualifizierung der bestätigten Schlüsselvorhaben in Bezug auf die fachliche Vernetzung, die Einbindung weiterer Kommunen und Partner aus Wissenschaft und Gesellschaft sowie die Entwicklung weiterer Teilprojekte für die Gesamtvorhaben. Die Landesregierung mit Unterstützung durch das Prozessmanagement der atene KOM GmbH begleitet und unterstützt die regionalen Akteur:innen dabei.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Regionalentwicklungsstrategie und zu den Schlüsselvorhaben.

Die atene KOM GmbH übernimmt im Auftrag der Staatskanzlei des Landes Brandenburg die Begleitung der Akteur:innen in den vier Regionen Prignitz-Oberhavel, Uckermark-Barnim, Oderland-Spree und Havelland-Fläming.