Dem Livestream der LowTEMP-Abschlusskonferenz folgten bis zu 140 Expertinnen und Experten aus Energieunternehmen, Zulieferfirmen, Kommunen und der Wissenschaft aus ganz Europa. Sie nutzten die Möglichkeit, Potenziale und Herausforderungen der Niedertemperaturfernwärme in einem internationalen Rahmen virtuell zu diskutieren. Während der Konferenz stellten die Projektpartner die Ergebnisse des Interreg BSR-Projekts LowTEMP vor und Experten gaben Einblicke in die neuesten Entwicklungen des Sektors aus deutscher und europäischer Perspektive. Die Konferenz wurde vom Gastgeber, dem Deutschen Zentrum für Energie, Bau, Architektur und Umwelt (ZEBAU GmbH), und dem deutschen Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. (AGFW) organisiert, in enger Zusammenarbeit mit der atene KOM.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Jens Kerstan, dem Umweltsenator der Stadt Hamburg sowie von Vertretern der LowTEMP-Projektpartnerschaft. Hamburg war ursprünglich als Veranstaltungsort ausgewählt worden, die Konferenz fand jedoch aufgrund der aktuellen Einschränkungen virtuell statt. Die Präsentation der Hamburger Fernwärmestrategie gab einen interessanten Einblick in die Entwicklung des Hamburger Fernwärmenetzes und stellte die Aktivitäten der Stadt vor, die Wärmeversorgung insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Referent Christian Maaß vom Beratungsunternehmen Hamburg Institut Consulting betonte hierbei die Notwendigkeit, das System als Ganzes zu betrachten – vom Wärmenetz selbst über die Verteilung und Speicherung bis hin zum Nutzer mit dem eine gute Kommunikation erreicht werden sollte. In seinem Impulsvortrag skizzierte Dr. Ingo Weidlich, Professor für Infrastrukturtechnik an der Hafen City University, die Chancen und Herausforderungen für Fernwärmesysteme sowie den aktuellen Stand der Forschung in Bezug auf neue Materialien und der teils sehr unterschiedlichen Standardisierung innerhalb Europas. Im Anschluss stellte Gabriele Pesce von Euroheat & Power in seinem Impulsvortrag vor, wie Niedertemperatur-Fernwärmesysteme bereits zur Energieeffizienz in Deutschland und im Ostseeraum beitragen und wie sich die Notwendigkeit der Modernisierung von Niedertemperatur-Fernwärmesystemen in aktuellen Strategien und Initiativen der Europäischen Kommission widerspiegeln.

Anknüpfend an die Eröffnungspräsentation des Lead Partners Adam Cenian (IMP PAN) und der Projektmanagerin Britta Schmigotzki (atene KOM GmbH) über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Arbeit im Interreg-Projekt LowTEMP, präsentierten am Nachmittag die Projektpartner die Ergebnisse aus drei Jahren Zusammenarbeit in LowTEMP. So wurde eine Reihe von Guidelines, Strategien und Instrumenten zur Planung, Implementierung, Finanzierung und Verwaltung von Niedertemperatur-Fernwärmesystemen entwickelt, die zu einer nachhaltigen Energieversorgung in den Partnerländern beitragen können. Sie sind ab sofort auf der LowTEMP-Homepage verfügbar. Die Wissensplattform für Fernwärme sowie das LowTEMP-Trainingspaket wurden entwickelt, um dem großen Bedarf nach Fachwissen und Kapazitäten im Bereich „nachhaltige und zukunftsorientierte Fernwärmesysteme“ gerecht zu werden. Die Projektergebnisse sollen dazu beitragen, regional und lokal Kapazitäten aufzubauen, um eine klimagerechte Wärmeversorgung mit reduzierten Emissionen im Ostseeraum zu erreichen.

Die Vermittlung von Fachwissen bei gleichzeitigem Aufbau von Kapazitäten wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen: im Rahmen von LowTEMP 2.0, einer Erweiterung des aktuellen LowTEMP-Projekts, werden die Partner daran arbeiten, das Trainingspaket weiter zu verbessern, um auf den großen Wissensbedarf zur nachhaltigen Fernwärmeversorgung zu reagieren. Das bestehende Trainingspaket wird an nationale Bedingungen angepasst und mit regionalen Seminaren flankiert. Um eine bessere Verbreitung zu erreichen, werden die Inhalte ebenso als eLearning-Kurse zur Verfügung gestellt. Die Entwicklung der eLearning-Kurse übernimmt die atene KOM GmbH. Die Finanzierung wurde vom Programm Interreg Baltic Sea Region für das Jahr 2021 genehmigt. Die Partner trafen sich am Tag nach der Abschlusskonferenz zum Kick-off von LowTEMP 2.0.

Hintergrund:

Das Projekt LowTEMP wird von der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung und Europäisches Nachbarschaftsinstrument) im Rahmen des Interreg-Ostseeraumprogramms 2014-2020 unterstützt. Interreg ermöglicht transnationale Zusammenarbeit für die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen, die nicht an nationalen Grenzen enden, wie zum Beispiel steigende CO2-Emissionen. Die LowTEMP-Projektpartner kommen aus Polen, Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Lettland und Russland.

Das Projekt trägt zu den Zielen der EU2020 Strategie bei, indem es Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen und die Reduzierung von CO2-Emissionen fördert. Ebenfalls unterstützt es die Ziele der nationalen und europäischen Raumentwicklungspolitik sowie die EU-Strategie für den Ostseeraum (EUSBSR).

Die atene KOM GmbH hat das Projekt im Auftrag des Lead Partners IMP PAN (Institute of Fluid-flow Machinery, Polish Academy of Sciences) entwickelt und ist für das Projekt-, Finanz- und Kommunikationsmanagement verantwortlich.