Auf der atene KOM-Zukunftsreise treffen wir Menschen, für die Digitalisierung mehr als nur ein Schlagwort ist. 3 Fragen an … Helmut Ramsauer, Gründer der Innovationsplattform Silicon Vilstal.

Herr Ramsauer, das Silicon Valley kennt praktisch jede:r. Aber was ist das Silicon Vilstal?
Helmut Ramsauer: Wir sind eine Innovationsplattform aus Niederbayern und unser Schwerpunkt ist die gesellschaftliche Innovation. Wir machen digitale Chancen ländlicher Regionen greifbar. Dafür engagieren wir uns auf drei Feldern: Das ist einmal Innovation und Bildung – hier stehen MINT-Angebote für Kinder und Jugendliche im Fokus. Zum zweiten kümmern wir uns ums Gründertum und haben ein eigenes Start-up-Programm aufgelegt. Und in Kultur und Kreativität als drittem Feld zeigen wir vor allem, dass ländliche Regionen wie das Vilstal ein idealer Kreativraum sind.

In Ihren Angeboten geht es viel um Social Innovation. Den Begriff müssen Sie erklären.
Ramsauer: Wir sind überzeugt, dass Innovation und Veränderung nur funktioniert, wenn man die Menschen mitnimmt. Deshalb sind unsere Projekte auch immer sehr ausprobierbar. Erleben, mitmachen, ausprobieren – über positive Erfahrungen kommt vielleicht manch eine:r auch dahin, neue Dinge im eigenen Umfeld anzuwenden und zu leben. Ein gutes Beispiel ist unser Erlebnisfestival: Es vermittelt konkrete Inhalte auf so spannende, spielerische Art, dass bei den Teilnehmer:innen über den Spaß etwas hängen bleibt. Neudeutsch spricht man hier von Edutainment – also eine Mischung aus Wissensvermittlung und Unterhaltung.

Wagen Sie einen Ausblick: Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für den ländlichen Raum?
Ramsauer: Ich persönlich glaube, ländliche Regionen und Kommunen sind bereits wie Start-ups: schnell, agil und mit kurzen Abstimmungsschleifen. Die Digitalisierung wird diese Eigenschaften noch verstärken. Und sie wird den gesellschaftlichen Blick aufs Land verändern. Nicht zuletzt die Pandemie hat vielen Menschen bewusst gemacht, welche Fähigkeiten ländliche Regionen haben.