Auf der atene KOM-Zukunftsreise treffen wir Menschen, für die Digitalisierung mehr als nur ein Schlagwort ist. 3 Fragen an … Fabian Liedl, Wirtschaftsförderer in Weiden in der Oberpfalz.

Herr Liedl, inwiefern sind Digitalisierung und Gigabitausbau wichtig für Ihre Arbeit als Wirtschaftsförderer?
Fabian Liedl: Highspeed-Internet ist mittlerweile zum harten Standortfaktor für Unternehmen geworden. Der zügige, umfassende Breitbandausbau hat für Kommunen damit erheblich an Bedeutung gewonnen. Speziell für die Wirtschaftsförderung ist die Gewährleistung optimaler Rahmenbedingungen für lokale sowie ansiedlungsinteressierte Betriebe ein zentrales Anliegen. Umso wichtiger ist daher gerade im ländlichen Raum ein zukunftsfähiger und flächendeckender Gigabitausbau. Neben diesen infrastrukturellen Anforderungen spielt Digitalisierung als weicher Faktor eine nicht minderbedeutende Rolle. Anders als der Breitbandausbau ist Digitalisierung aber weitaus vielfältiger zu verstehen und reicht von der Prozessoptimierung über den Ausbau der eigenen Online-Präsenz bis hin zu Künstlicher Intelligenz und Automatisierung. All das findet in den Weidener Unternehmen längst statt. Aus Perspektive der Wirtschaftsförderung ist das Thema Digitalisierung ein wesentlicher Bestandteil sowohl in der Standortvermarktung, als auch bei der Unternehmensbetreuung – sei es im Bereich der Fördermittelberatung oder bei der Unterstützung des stationären Einzelhandels.

Für welche Branchen ist die Digitalisierung besonders wichtig?
Liedl: Die fortschreitende Digitalisierung verändert Wahrnehmung, Verhalten und Erwartungshaltung der Gesellschaft fundamental und auf äußert schnelllebige Art und Weise. Darauf müssen alle Branchen gleichermaßen reagieren, sei es im Hinblick auf zeitgemäßes Recruiting, auf die Implementierung neuer Tools in den Betriebsalltag oder auf die Nischenbesetzung und den damit einhergehenden Potentialen für die Start-Up-Szene. Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten, um neue Wege zu beschreiten.

Warum ist aus Ihrer Sicht eine Sensibilisierung aller Bürger:innen und Akteur:innen in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft dringend notwendig?
Liedl: Schlicht, weil Digitalisierung fester Bestandteil unseres Lebens und Alltags geworden ist und auch bleiben wird. Gleichzeitig entwickelt sich der technische Fortschritt und die Veränderung unserer Kommunikationsweise viel rasanter weiter, als es die Gesellschaft teilweise verarbeiten kann. Umso wichtiger ist es daher den Anschluss nicht zu verlieren und up to date zu bleiben. Das gilt übergreifend für alle Altersgruppen und Akteure.