Auf der atene KOM-Zukunftsreise treffen wir Menschen, für die Digitalisierung mehr als nur ein Schlagwort ist. 3 Fragen an … Lars Prahler, Bürgermeister der Smart City Grevesmühlen.

Herr Prahler, worin sehen Sie die größten gesellschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung?

Lars Prahler: Wir befinden uns einem allumfassenden und unaufhaltbaren Transformationsprozess, wobei die Entwicklungsprozesse immer schneller und komplexer werden. Begleitet wird dies mit einer emotional getragenen und breit gestreuten Grundskepsis in der Bevölkerung. Diese gilt es ernst zu nehmen. Also sollten sowohl Strategien als auch einfache Bausteine besser erklärt werden, um die Skepsis in Offenheit zu wandeln, sich mit der Digitalisierung auch gesellschaftspolitisch auseinanderzusetzen und nicht nur geschehen zu lassen.

Aus welchem Grund sind die Themen „Digitalisierung“ und „Gigabitausbau“ für Grevesmühlen wichtig?

Prahler: Unsere Grundüberzeugung ist, dass die Stadt als Standort auch und immer mehr in Hinblick auf den Digitalisierungsgrad und konkrete digitale Anwendungen beurteilt wird. Grevesmühlen wird nach dem Zustand von Straßen beurteilt, zugleich auch danach, ob Breitband und Funknetz ausreichend sind. Und Schulen müssen nicht nur sauber und groß genug sein, sondern werden auch danach bewertet, wie sie digital aufgestellt sind. Und genauso wie im Analogen ist der Gesamteindruck entscheidend. Die Stadt muss also eine Gesamtstrategie bei der Digitalisierung befolgen und Prioritäten setzen.

Welche Bereiche laufen bereits digital – und wo planen Sie noch Digitalisierung?

Prahler: Der Anspruch ist eine optimale Bedienung aller Bedürfnisse und aller Bevölkerungsgruppen. Das prägt die notwendige Architektur des Digitalisierungsprozesses. Und es ist zu konstatieren, dass niemals etwas fertig sein kann, denn die Prozesse sind höchstdynamisch. Die Architektur steht soweit, dass wir Strukturen geschaffen haben, die diesen Prozess fortlaufend begleiten können: zum Beispiel die Digitale Stadt Grevesmühlen GmbH, die AG Digitale Stadt oder den Digitalisierungsbeauftragten. Dazu sind mit Einzelhandel, Gesunde Stadt, Tourismus und Mobilität die aktuellen Handlungsfelder ermittelt. Einzelne Anwendungen sind unter www.grevesmuehlen-erleben.de bereits dargeboten (zum Beispiel Lieferservice, Pflegefinder, interaktive Karte) und werden stetig ergänzt.